Remote-Führung und Coaching- Teil I


Eine elementare Veränderung in der Arbeitswelt ist der durch die Corona-Pandemie verminderte persönliche Kontakt und der stark gestiegene Home-Office-Anteil. Dies brachte erhebliche Veränderungen für Mitarbeitende, Führungskräfte und Teams sowie neue Anforderungen und Fragestellungen im Bereich der Mitarbeiterführung.


Ausgangssituation

Vor Corona war die hindernisfreie Begegnung Alltag. Die Gegenüber haben sich persönlich gespürt – Körpersprache, Mimik und andere persönliche nicht-auditive Ausdrucksformen waren (un-)bewusst im Spiel. Und plötzlich sind Begegnungen auf virtuelle Plattformen fokussiert – gar reduziert? Doch es ist auch eine Chance, z. B. durch die erfolgten Quantensprünge der Video-Konferenztechnik zukünftig weniger zu reisen und somit ökologischer und zeiteffizienter zu handeln. Es braucht jedoch unbedingt neue Achtsamkeit, die auf persönliche Bedürfnisse und Belange der Beteiligten gerichtet ist. Dies gilt vor allem für das Vorgesetzten-/Mitarbeiterverhältnis.


Neue Herausforderungen

Mit dem Home-Office kamen für betroffene Führungskräfte neue und zugleich weitergehende Fragestellungen im persönlichen Umgang mit Mitarbeitenden und Teams auf, z.B.: Wie nehme ich jetzt virtuell – ohne die tägliche Präsenz-Begegnung – meine einzelnen Mitarbeitenden nicht nur auf der Sachebene, sondern immer noch als Personen mit all ihren Befindlichkeiten wahr? Was wird aus dem „guten alten“ informellen Austausch?


Wie sieht virtuell wahrnehmbare Wertschätzung aus? Wie merke ich, dass etwas nicht stimmt, dass es einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter nicht gut geht?

Zunächst macht es Sinn, das anzuschauen, was Führungsarbeit im Kontext von Home-Office anders sein lässt. Sowohl die Bedürfnisse der Mitarbeitenden als auch die Herausforderungen für Führungskräfte haben sich deutlich verändert. Und die zwischenmenschlichen Teambelange außerhalb der Sachebene sind durch die verminderte bzw. fehlende gemeinschaftliche Präsenz praktisch weggefallen. Die gewohnte tägliche persönliche Begegnung und Absprache zwischen Tür und Angel ist entfallen. Die zufällige Begegnung in gemeinsamen Arbeitsräumen fehlt – und Wertschätzung via Medien zu geben und zu empfangen, ist für nicht wenige Menschen deutlich herausfordernder als Auge in Auge. Und bei fehlender Präsenz gibt es keinen Blick im Vorbeigehen für den Einzelnen, seine Arbeit oder den Teamgedanken.


Online gibt es so leicht kein vollständiges Gesamtbild des Gegenübers oder dessen Wahrnehmung mit allen Sinnen. Denn Körperhaltung und -ausdruck, Emotion oder zwischenmenschliche Signale sind im persönlichen Kontakt leichter transportierbar. Es wurde bewusst: In Präsenzsituationen ist es einfacher, zwischen Sach-Gesprächen und vielleicht mit der Kaffeetasse in der Hand noch informellen Austausch zu pflegen, Ideen zu spinnen, wertschätzende Rückmeldungen zu geben usw..


Dazu kommen ganz praktische und allgemeine Effekte im Home-Office und des Alleinseins. Was ist erforderlich, damit es Mitarbeitenden gut geht und sie eine motivierte Leistung bringen können – auch zu Hause? Da sind Fragen der Selbstorganisation und Motivation, das Fehlen von äußeren Strukturen und Antreibern, Vereinsamung und andere psychologische Effekte. Wie sind Einsamkeit, Depression und Angsterkrankungen auch auf die Ferne zu erkennen? Mitarbeitende sind eben nicht durchweg naturresiliente, organisierte und handlungskompetente Menschen.


Ist das alles der Führungskraft bewusst und reagiert sie darauf, hat sie schon die Hälfte des Weges geschafft. Doch welche adäquaten Handlungsmethoden hat sie dafür?

Bei virtuellen Konferenzen wird erfahrungsgemäß sehr stark auf das Fachliche fokussiert. Dementsprechend wird der zeitliche Ablauf schneller getaktet. Emotionen und das Gefühl für das Gegenüber sind in Gefahr, zu kurz zu kommen und auf der Strecke zu bleiben. Es ist in virtuellen Konferenzen leichter, sich hinter einer Fassade zu verstecken, bzw. schwerer, mit allen Sinnen wahrzunehmen, zu arbeiten und zu kommunizieren. Der Stille oder Schüchterne bleibt möglicherweise gleich ganz außen vor, denn viele Konferenzsysteme schalten nur die Person nach vorne, die redet. Doch wer schaut hin? Wie können Führungskräfte dies spüren und adäquat agieren? Welche neuen Instrumente gilt es dafür zu schaffen?

Durch die wortwörtliche Distanzierung und Reduzierung auf Funktionalität ist es für Führungskräfte unabdingbar, Teams nicht nur als funktionierendes System, sondern die einzelnen Mitarbeitenden als soziale Wesen im gemeinsamen Miteinander des Teams als wertvoll für ein Unternehmen zu erhalten. Neben den Konferenzen gilt es deswegen, das persönliche Gespräch zu kultivieren. Und gezielt die Themen neben den Themen anzusprechen. Dies ist eine sehr entscheidende Aufgabe für Führungskräfte in Home-Office-Zeiten.


Im Teil II werden die Möglichkeiten eine Coachings und wie das Thema bearbeitet werden kann aufgegriffen.


Bei Fragen kontaktiere mich einfach für eine kostenlose Erstberatung. Ich freue mich auf unseren Austausch.


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