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Das Blame Game - vs. Feedback



„Kennt ihr das? So einen echt nervigen Kollegen (m/w/d), der allen den Eindruck vermittelt, dass ihr's nicht drauf habt? Der euch mit Pauschalkritik immer wieder in die Defensive treibt? Der euch subtil Vorwürfe macht, aber sie als Hilfestellung oder Feedback tarnt? Willkommen in der Welt des Blame Gamers.“ so leitet mein Kollege Christian Buggisch seine Analyse zu dem Thema ein und seinen Blogbeitrag würde ich gern zur Lektüre empfehlen.


Hier geht es zu seinem Blog.


Ich selbst habe ja schon immer die These vertreten das Unternehmen als System eine gleiche Verteilung von Typen hat wie die Gesellschaft an sich. Es gibt Alkohol- und Drogenabhängige, Männer die Ihre Frauen verprügeln, Mörder, Menschen die sexuell übergriffig werden, Egoisten, Lügner, neben all den ehrlichen Menschen die für ihre Kollegen und ihr System arbeiten, sich aufopfern, zugewandt sind – eben alles.


Auch Blame Gamer - weil es sie einfach gibt, da wo es um Macht und Privilegien geht.


Prof. Armin Falk, Volkswirt und Verhaltensökonom, an der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn hat in seinem 2022 erschienenen Buch „Warum es so schwer ist ein guter Mensch zu sein“, herausgearbeitet, das es in jedem System zwischen 20 bis 30 % Egoisten gibt, die durchgängig nicht prosozial agieren, egal ob sich ihr Gegenüber so verhält. Da brauchen wir nicht über den Purpose einer Organisation zu philosophieren, diesen Menschen ist ihr eigener Vorteil Purpose genug. Und sie arbeiten dann auch rücksichtslos mit allen Mitteln für sich.


Dazu kommt, dass in großen Organisationen Verantwortung diffundiert und verloren geht, oder wie Falk sagt: „In unserer komplex organisierten Arbeitswelt ist es typisch, dass sich die Verantwortung und damit die Moral auf ihrem langen Weg zwischen Hierarchiestufen, Teamkollegen, Beratern, Subunternehmen, Abteilungen, Filialen und Tochterunternehmen auflösen. Es ist eine zentrale Einsicht der Moralforschung, nach der das Verhalten in Gruppen besonders anfällig für moralisch fragwürdige Handlungen ist.“


Es gibt gibt leider keine Patentrezepte. Aber wie Christian empfiehlt:


Stabile Netzwerke aufbauen, sofort intervenieren, wenn es zu unfairen Verhalten kommt, aber auch die Verantwortlichen aus HR informieren, einbinden, in Verantwortung nehmen.


Und immer wieder ansprechen, thematisieren und bewusst machen.


Denn jede Therapie beginnt mit der Anerkennung des Problems. Wenn wir anerkennen dass wir toxische Typen im Unternehmen haben, dann können wir mit der Arbeit beginnen. Auch ohne Patentrezept – wir können gemeinsam versuchen, in einem interaktiven und agilen Prozess einen Weg aus den Dilemmata zu finden.


Reden & Handeln wir also. Und wenn du betroffen bist - als Coach kann ich Dir gerne helfen.


#blamegame

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