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Peer School for Sustainable Developement - Klassenfahrt 2026

  • Autorenbild: Claus Fesel
    Claus Fesel
  • vor 3 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit
Gruppenfoto der Peer School Klassenfahrt

Es gibt diesen einen Moment beim Ankommen, den ich jedes Jahr neu erlebe — und der mich jedes Mal wieder überrascht.

Man betritt den Tagungsort, und plötzlich sind da Menschen, die man zu kennen glaubt. Namen aus dem Chat. Stimmen aus Videokonferenzen. Profilbilder, die man hundertmal gesehen hat. Und dann stehen sie vor dir — als ganze Menschen, mit Händen, die sich schütteln, mit Lachen, das den Raum füllt, mit Anwesenheit, die man wirklich spürt.

So war es auch bei der Klassenfahrt der Peer School for Sustainable Development 2026. 105 Menschen an einem Ort, unter einer blühenden Kastanie im Maisonnenschein. Das große Hallo. Und diese Verbundenheit, die in dem Moment entsteht, in dem man merkt: Die gibt es wirklich. Diese Gemeinschaft ist keine abstrakte Idee im Internet — sie ist lebendig, warmherzig und überraschend groß.


Was die Klassenfahrt wirklich leistet

Die Klassenfahrt der Peer School ist kein Kongress. Kein Fachsymposium. Und auch kein Netzwerkevent im klassischen Sinne, bei dem man Visitenkarten sammelt und sich drei Wochen später nicht mehr erinnert, wen man überhaupt getroffen hat.

Sie hat einen ganz konkreten, strategischen Zweck — auch wenn er sich nicht nach Strategie anfühlt: Vertrauen aufbauen und erneuern. Bestehende Verbindungen wieder mit Substanz füllen. Neue Mitglieder wirklich in die Gemeinschaft aufnehmen — nicht durch einen Onboarding-Prozess, sondern durch echte Begegnung.

Denn was die Peer School über das Jahr ausmacht, funktioniert nur auf dem Fundament dieses Vertrauens. Die kollegiale Fallberatung, bei der man echte Herausforderungen aus der eigenen Beratungspraxis einbringt. Die virtuelle Zusammenarbeit in Kleingruppen. Der ehrliche Austausch, auch über Unsicherheiten und Misserfolge — das alles braucht Menschen, die man kennt. Nicht als Kachel. Als Person.

Zweieinhalb Tage Klassenfahrt — das ist die Investition in all das, was den Rest des Jahres trägt.


Der Inhalt, der Gespräche öffnet

Natürlich gibt es auch Sessions. Fachliche Arbeit, Vereinsthemen, Impulse — und das ist bewusst so gestaltet. Denn guter Inhalt schafft Anlässe. Er gibt Menschen, die sich gerade erst kennengelernt haben, sofort etwas, worüber sie sprechen können. Er öffnet Türen zu Themen, die uns alle beschäftigen.

Die Pausen auf dieser Klassenfahrt sind großzügig bemessen — und das ist keine Nachlässigkeit in der Planung, sondern Absicht. Die eigentliche Arbeit passiert dort: im Gespräch neben dem Kaffee, beim Mittagessen, beim Aperol auf der Wiese in der Nachmittagssonne.


Ich war bei 4 von vielen Sessions dabei.


Interne Kommunikation als Erfolgsfaktor: Julia Klose hat in ihrer Session ein Thema aufgegriffen, das in der Praxis des Nachhaltigkeitsmanagements systematisch unterschätzt wird — die interne Kommunikation. Wie kommunizieren Unternehmen Nachhaltigkeitsthemen nach innen? Wie erreicht man Mitarbeitende jenseits des Nachhaltigkeitsteams? Wie wird aus einer Berichtspflicht eine gelebte Unternehmenskultur? Das sind Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt — aber die Diskussion hat gezeigt, wie viel kollektives Wissen in dieser Community steckt.


KI als Werkzeug im Nachhaltigkeitsmanagement: Stefanie Buchacher hat uns mitgenommen in eine Frage, die aktuell kaum jemanden in der Branche kalt lässt: Wie kann künstliche Intelligenz die Nachhaltigkeitsarbeit konkret unterstützen? Bei der Datenerhebung, der Analyse von Lieferketten, der Aufbereitung von Berichtsdaten? Die Session hat gezeigt: KI ist kein Allheilmittel, aber ein ernstzunehmendes Werkzeug — wenn man weiß, wie man es einsetzt.


Soziale Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Patrick Schwinke hat über ein Thema gesprochen, das bei mir wirklich Spuren hinterlassen hat: die sozialen Herausforderungen im globalen Schiffsverkehr. Die Lage der Menschen, die diese Industrie am Laufen halten. Die Abhängigkeiten, die unsichtbar bleiben, solange die Container pünktlich ankommen. Ein Blickwinkel, der das Thema soziale Nachhaltigkeit aus dem abstrakten Reporting in die konkrete Realität holt.

Bild von Claus Fesel vor Metaplanwand

Session Vereinskommunikation: Und ich selbst habe eine Session zur Kommunikation des Vereins moderiert — mit Flipchart, Mikrofon, bunten Karten und dem wunderbaren Chaos, das entsteht, wenn viele kluge Menschen gleichzeitig Ideen haben. Kommunikation nach außen und nach innen, Kanäle, Formate, Botschaften. Was wollen wir als Peer School sagen? Und wie? Das sind Fragen, die uns als Gemeinschaft beschäftigen — und an denen wir gemeinsam weiterarbeiten werden.

Gruppenfoto beim Aperol

Was zwischen den Sessions passiert

Die Bilder dieser Klassenfahrt erzählen mehr als jedes Programm. Da ist das Selfie beim Kennenlernen, wo alle Namen auf dem Schildchen noch frisch sind und die Frage auf der Leinwand lautet: „Wie lange bist du schon Scholar?" Da sind die Gruppenfotos im Garten, im Sonnenlicht, mit dem Lächeln von Menschen, die sich gerade erst gefunden haben — oder wiedergefunden. Da ist die Runde auf der Wiese mit Aperol Spritz, Sonnenbrillen und dem Gefühl, dass die Welt für einen Moment ein bisschen leichter ist.

Das ist kein Rahmenprogramm. Das ist das Programm.

Auch der Besuch bei UN Bonn gehörte dazu — ein Ort, der symbolisch kaum besser passen könnte für eine Gemeinschaft, die sich einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben hat. „Shaping a Sustainable Future" — das steht da auf dem Banner. Und man denkt: Genau darum geht es uns doch auch.

Gruppenfoto vor der UN in Bonn

Was bleibt nach der Klassenfahrt der Peer School for Sustainable Developement

Beseelt. Bereichert. Berührt.

Das sind die drei Worte, die mir spontan eingefallen sind, als ich im Zug zurück nach Nürnberg saß — der übrigens auf die Minute pünktlich war. Genauso wie die Hinfahrt. Kleine Dinge, die man erst bemerkt, wenn der Rest des Wochenendes so stimmig war, dass man in einer anderen Verfassung ankommt als man aufgebrochen ist.

Was bleibt, ist mehr als die Erinnerung an gute Sessions oder interessante Gespräche. Es ist das Gefühl, Teil von etwas zu sein, das größer ist als die eigene Beratungsarbeit. Eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig trägt. Die ehrlich ist — auch wenn es unbequem wird. Die gemeinsam lernt, streitet und wächst.

Die Peer School for Sustainable Development ist für mich kein Verein, dem man angehört. Sie ist ein Ort, zu dem man gehört.


Ausblick: Was noch kommt

Das nächste große Kapitel folgt am 25. September 2026 in Frankfurt — Sing Seventeen, das große Jahrestreffen der Peer School. Wer dabei sein möchte: Jetzt schon vormerken.

Und dann, irgendwann im nächsten Frühjahr, die nächste Klassenfahrt. Ich freue mich jetzt schon.

 
 
 

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