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„Klimaneutralität, Greenwashing, KMU – was die EmpCo-Richtlinie ab 2026 wirklich bedeutet

  • Autorenbild: Claus Fesel
    Claus Fesel
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit
Schaubild mit vielen Begriffen rund um Regulatorik im Nachhaltigkeitsbereich

Klimaneutral? Nur noch mit Nachweis.


„Kli-ma-neu-tral" – vier Silben, die Unternehmenskommunikation seit Jahren prägen.


Und die ab September 2026 unter massivem rechtlichen Druck stehen. Denn Greenwashing hat jetzt eine Rechtsgrundlage – und ein Ablaufdatum.


Die EmpCo-Richtlinie (EU 2024/825) ist beschlossen. Sie verschärft die Anforderungen an Umweltaussagen in der Werbung grundlegend. Wer künftig mit „klimaneutral", „CO₂-neutral" oder „grün" wirbt, muss transparent offenlegen: Wie wurden Emissionen berechnet? Was wurde tatsächlich vermieden? Wie hoch ist der Anteil der Restemissionen – und nach welchem Standard wurden sie kompensiert?


Kurz gesagt: Wer nicht erklären kann, was hinter dem Claim steckt, riskiert Abmahnungen nach dem novellierten UWG.


Und die ursprünglich ambitioniertere Green Claims Directive? Sie hätte EU-weit verbindliche Vorabprüfungen und Lebenszyklusanalysen eingeführt. Am 20. Juni 2025 zog die EU-Kommission den Entwurf zurück – politischer Widerstand, vor allem aus der EVP und von Wirtschaftsverbänden.


Ein Rückschritt. Aber kein Freifahrtschein: Die EmpCo gilt. Und §§ 3, 5, 5a UWG haben schon immer Nachweise für Begriffe wie „klimaneutral" verlangt.


Was das für KMU konkret bedeutet:

✅ Keine Panik – aber klarer Handlungsbedarf

✅ Emissionen sauber bilanzieren (Scope 1, 2, 3)

✅ Reduktion vor Kompensation – nicht umgekehrt

✅ Kommunikation differenzieren: Was wurde vermieden, was kompensiert, nach welchem Standard?


Wer das heute ernsthaft angeht, ist nicht nur rechtlich abgesichert. Er gewinnt Vertrauen – bei Kunden, in Lieferketten, gegenüber Stakeholdern. Klimaneutralität als leere Behauptung war gestern. Klimaneutralität mit Substanz ist das Argument von morgen. 🌱


Einen ausführlichen Fachbeitrag mit Normenüberblick (ISO 14068-1, PAS 2060), Kompensationsstandards (Goldstandard vs. VCS) und konkreten Empfehlungen habe ich in Praxis Nachhaltigkeit (PN) veröffentlicht – gerne auf Anfrage.


Wie geht ihr in eurer Praxis mit dem Thema Klimaneutralität und Greenwashing in KMU um – eher vorsichtig oder noch viel Unklarheit im Raum? 👇

 
 
 

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