top of page

Tschernobyl, Atomausstieg, Energiewende – 40 Jahre später: Was wir immer noch nicht lernen wollen

  • Autorenbild: Claus Fesel
    Claus Fesel
  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit
Atommeiler versus Solaranlage

Letzten Sonntag jährte sich zum 40. Mal, was in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1986 geschah: Block 4 in Tschernobyl explodierte. Nicht im Krieg. Im Normalbetrieb.


Die ARD-Dokumentation „Tschernobyl 86" von Volker Heise arbeitet ausschließlich mit Originalarchivmaterial – keine Zeitzeugen, kein Off-Sprecher, kein Theaterdonner. Nur das, was damals gezeigt wurde – oder eben nicht.


Östliche Medien schwiegen wochenlang. Westliche Politiker logen in jede Kamera. Die Bilder machen Angst fast körperlich spürbar. Großartig gemacht. Absolut sehenswert.


Und es ist ein gutes Datum, um ehrlich zu sein.


Deutschland hat den Atomausstieg vollzogen. Ich halte das nach wie vor für richtig – nicht aus Romantik, sondern aus Vernunft.


Wer sagt, Kernenergie sei heute sicher genug, möge erklären, welcher Durchbruch die Frage der Endlagerung gelöst hat. Oder das Betreiberrisiko. Oder die Versicherbarkeit.


Die Antwort: keiner.


Das Grundproblem bleibt, was es 1986 war – wenn es schiefgeht, geht es für Generationen schief.


Gleichzeitig spüren wir, was Energieabhängigkeit bedeutet: steigende Preise, politische Erpressbarkeit, Versorgungsunsicherheit. Und der Reflex vieler ist: zurück zur Kernkraft. Ich verstehe den Impuls. Ich teile ihn nicht.


Die wirtschaftlich stärkste, versorgungssicherste und nachhaltig belastbarste Antwort steht seit Jahren auf dem Tisch: konsequent erneuerbare Energien – Wind, Solar, Speicher, Netze. Nicht als Wunschdenken, sondern als erprobte Realität, die nur noch Entschlossenheit braucht. Kein Brennstoffrisiko. Keine Proliferationsgefahr. Keine strahlenden Hinterlassenschaften für die nächsten 30.000 Jahre. Wirtschaftlich tragfähig und ökologisch nachhaltig – das ist kein Zielkonflikt, sondern das Argument. ☀️


Tschernobyl ist 40 Jahre her. Prypjat steht noch. Das Riesenrad dreht sich nicht mehr.

Manche Bilder brauchen keinen Kommentar. Und manchmal braucht es solche Dokumentationen, damit die energiepolitische Debatte wieder auf dem Boden der Tatsachen landet – statt auf dem der Stimmungsmache.


Ich lebe in Bayern. Ich weiß, was ich meine. Und ich bin gespannt: Wie blickt ihr auf Tschernobyl, Atomausstieg und die Energiewende – rückblickend richtig, oder öffnet die aktuelle Lage die Diskussion neu? 👇

 
 
 

Kommentare


IMPULSE

bottom of page