Führung in der Transformation: Warum Kommunikation entscheidet
- Claus Fesel

- 21. Apr.
- 1 Min. Lesezeit

Führungskräfte scheitern in der Transformation nicht an Strategie. Sie scheitern im Gespräch.
Ein neuer Artikel in der zfo (02/2026) von Clara Sofie Hemshorn de Sánchez, Jan Recker und Frank Steinicke bringt das auf den Punkt — und ich finde ihn deshalb so lesenswert, weil er Führung in der Transformation nicht als Haltungsfrage verhandelt, sondern als konkretes Kommunikationsverhalten beschreibt.
Der Ausgangspunkt:
Digitalisierung und Nachhaltigkeit erzeugen strukturelle Zielkonflikte. Digitalisierung bedeutet Ressourcenausbau, Nachhaltigkeit Ressourcenschonung. Digitalisierung denkt in Expansion, Nachhaltigkeit in Zirkularität.
Das lässt sich nicht wegdefinieren — das muss geführt werden.
Und wie gelingt das? Die Autorin und die Autoren benennen drei Führungsqualitäten, die ich aus meiner Coaching-Arbeit sofort wiederkenne:
Transparente Kommunikation — nicht als PR-Aufgabe, sondern als echtes Orientierungsangebot: Warum verändern wir uns? Wohin gehen wir? Was bleibt unsicher?
Partizipative Führung — Mitarbeitende nicht abholen, sondern einladen. Wer täglich an den Prozessen arbeitet, erkennt als Erstes, wenn etwas nicht funktioniert. Das ist kein Risiko für die Führungskraft — das ist ein Frühwarnsystem.
Beziehungsorientierte Führung — Vertrauen entsteht nicht im Townhall, sondern im Eins-zu-eins-Gespräch. Wer Ängste ernst nimmt, statt sie wegzumoderieren, schafft die psychologische Sicherheit, ohne die keine Lernkultur entsteht.
Was mich in der Coaching-Begleitung von Führungskräften immer wieder beschäftigt: Diese drei Qualitäten sind keine Charaktereigenschaften.
Sie sind erlernbare Verhaltensweisen — und sie zeigen sich oder fehlen in ganz konkreten Momenten. In einem Meeting. In einer Rückmeldung. In der Art, wie jemand eine Frage stellt — oder eben nicht stellt.
Den Artikel empfehle ich allen, die gerade mittendrin sind — oder die sich fragen, warum die Transformation trotz guter Strategie stockt.
Foto von Nick Fewings auf Unsplash



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